Über Prometheus 

 

Wer im deutschsprachigen Literaturbetrieb aktiv ist, kann seit einigen Jahren beobachten, dass Autoren und Texte zunehmend nach nichtliterarischen Kriterien gefiltert werden. Ästhetische Maßstäbe wie Form, Stil, Originalität, ja provokanter Reiz - in Kunstepochen nicht erst seit der Moderne wesentlich - scheinen einer Art liberalistischem Realismus gewichen zu sein, einer eng umgrenzten Haltung, einem Kernbestand weltanschaulicher Thesen, die, wenn schon nicht bekräftigt, zumindest nicht bezweifelt werden dürfen. Das Resultat ist nicht nur das Gegenteil dessen, was gebetsmühlenhaft als "Vielfalt" propagiert wird; es widerspricht auch dem Impuls zur Literatur selbst.

Literatur war trotz aller obrigkeitlichen Zähmungen immer das Biotop des „wilden Denkens“, des Mythos und Märchenhaften, von Traum, Alptraum und Phantasie, des Vermessenen und Unvermessbaren. Inzwischen soll sogar im fiktionalen Raum nichts mehr gewagt, nur noch erzogen, repetiert und beglaubigt werden. Die vorgebliche Bekämpfung gesellschaftlicher Krisen führt ironischerweise zur diskursiven Verödung. 

Wir glauben, dass Literatur als Raum des Ungezähmten sich gerade den bestgemeinten Zugriffen verweigern darf, ja sollte. Es gibt keine Freiheit ohne die Freiheit der Fiktionen. Wer Phantasien erzieherisch und therapeutisch akkreditiert - zerstört sie. Das Menetekel orwellscher "Gedankenverbrechen" erscheint inzwischen realistischer als irgendeinem Künstler oder Leser lieb sein kann.

So ist eine Gegenliteratur entstanden, die, von den Türhütern der Norm oft geflissentlich übersehen, noch immer wenig sichtbar ist. Diese verborgenen Einzelnen und Gruppen zu verbinden und Wege in die Öffentlichkeit zu verbreitern, ist unser Ziel.

Wir wollen den Lesern wieder das Feuer bringen. Die Glut - die Lust am Formen, den Vorrang des Ästhetischen, des Spielerischen, Flackernden und Widerständigen - gilt es zu wahren, nicht zu löschen.

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PROMETHEUS steht allen Interessierten offen. Die Mitgliedschaft in unserem Informationsnetzwerk ist kostenlos und unverbindlich. Mitglieder sind zu nichts verpflichtet, ihre Daten nicht öffentlich. 

Das Netzwerk ist politisch und konfessionell unabhängig. Was uns verbindet, ist das Engagement für die Freiheit des Wortes.

 

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